System Glocke und Schüssel

Bis zu der Erfindung durch PAUL Wurth wurde das bis dahin übliche System der Glocken und Schlagpanzer eingesetzt: Ein Doppelglockenverschluss mit Drehtrichter. Es sind zwei übereinander angebrachte Glocken, die den Hochofen gasdicht abschließen, wobei der Drehtrichter über der oberen (kleinen) Glocke angeordenet ist, sich mit dieser zusammen auf jeden erforderlichen Winkelwert verdrehen läßt. Damit wird erreicht, dass das Material (Möller und Koks) auf der kleinen Glocke gleichmäßig verteilt wird - und das an jeder gewünschten Stelle am Umfang der Gicht.

Bei Hochöfen, die mit Gegendruck an der Gicht arbeiten, wurde der Doppelglockenverschluss oft verbessert und erweitert. Es gibt Verschlüsse mit drei und sogar vier Glocken- und mehreren Dichtklappen. Aber auch damit läßt sich das eigentliche Problem nicht lösen. Der Hochofenbau und insbesondere der Gichtverschluss sind so gewaltig gewachsen, dass die Konstrukteure unbedingt neue Wege beschreiten müssen.

Ein Weg beschreitet GRABE durch die Umkonstruktion der schweren Gußglocken durch leichte und verschleißfeste Stahlkonstruktionen. Die Vorteile gegenüber einer Konstruktion aus Guß sind:

  •  deutliche Gewichtreduzierung

  •  größere Flexibilität in der Ausführung

  •  höhere Standzeiten durch gezielte Auftragsschweißungen

  •  kürzere Lieferzeiten und geringere Herstellkosten.